Unter einer Hernie (Bauchwandbruch) versteht man eine Schwachstelle in der Bauchwand, durch die sich Gewebe oder Organteile nach aussen vorwölben können. Hernien treten vergleichsweise häufig auf und können unterschiedliche Ursachen haben. Meistens steckt eine angeborene Bindegewebsschwäche oder eine anhaltende körperliche Belastung dahinter. Auch vorausgegangene Operationen können die Entstehung einer Hernie begünstigen.
Was Betroffene wissen sollten: Eine Hernie verschwindet nicht von selbst. Auch wenn die Beschwerden anfangs gering sind oder kaum wahrgenommen werden, bleibt die Schwachstelle bestehen und kann sich im Verlauf der Zeit vergrössern. Durch eine operative Behandlung sollen daher nicht nur die Symptome gelindert, sondern die Bauchwand dauerhaft stabilisiert werden, damit es nicht zu weiteren Komplikationen kommt.
Wann muss eine Hernie chirurgisch behandelt werden?
Nicht jede Hernie verursacht sofort starke Beschwerden. Betroffene spüren häufig zunächst ein Ziehen, ein Druckgefühl oder sie bemerken eine leichte Vorwölbung, die vor allem bei körperlicher Belastung oder im Stehen auftritt und sich im Liegen wieder zurückbildet. Eine operative Versorgung der Hernie ist in jedem Fall dann sinnvoll, wenn Schmerzen auftreten oder sich die sicht- oder tastbare Vorwölbung vergrössert. Auch dann, wenn der Bruch den Alltag einschränkt, wird in der Regel ein chirurgischer Eingriff nötig. Auch bei wiederkehrenden Hernien oder nach früheren Bauchoperationen ist eine chirurgische Versorgung häufig angezeigt.
| Was Sie wissen sollten
Unabhängig von möglichen akuten Beschwerden besteht bei unbehandelten Hernien grundsätzlich ein erhöhtes Risiko von Komplikationen, wenn eingeklemmtes Gewebe nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Daraus kann schnell sogar ein medizinischer Notfall entstehen. Umso wichtiger sind eine rechtzeitige medizinische Abklärung und Behandlung. |
Welches Ziel wird mit einer Hernien-OP verfolgt?
Im Rahmen einer Hernienoperation soll die geschwächte Stelle in der Bauchwand dauerhaft versorgt werden. Es geht primär darum, die Ursache des Bruchs zu behandeln. Im Mittelpunkt stehen zwei Aspekte.
- Zum einen wird die Bruchlücke geschlossen, sodass sich kein weiteres Gewebe mehr nach aussen vorwölben kann.
- Zum anderen wird die Bauchwand stabilisiert, damit sie im Alltag wieder belastbar ist.
Dadurch lässt sich das Risiko verringern, dass der Bruch erneut auftritt oder sich weiter vergrössert. Massnahmen, die nur die Symptome lindern wie eine Schonung, Bandagen oder die Vermeidung bestimmter Bewegungen können die Beschwerden kurzfristig reduzieren, aber sie beheben die zugrunde liegende Schwachstelle nicht. Eine operative Behandlung soll die Voraussetzung für eine langfristige Stabilität des Gewebes schaffen.
Wie moderne Hernienoperationen heute durchgeführt werden
Noch vor einigen Jahren waren Hernienoperationen mit grösseren Schnitten in der Bauchwand verbunden. Entsprechend grösser waren auch die Risiken und die Belastung für den Körper. Heute gibt es wesentlich schonendere, minimalinvasive Methoden der Hernienchirurgie. Durch moderne Operationsverfahren kann in den meisten Fällen auf grosse Schnitte verzichtet werden. Stattdessen erfolgen die Eingriffe schonend und behandeln nur die betroffene Stelle, ohne das gesunde Gewebe zu beeinträchtigen. Welches operative Verfahren genau angewendet wird, wird abhängig von der Art des Bruchs und der gesundheitlichen Situation des Patienten entschieden.
Wie läuft ein minimalinvasiver Eingriff in der Hernienchirurgie ab?
Bei der minimalinvasiven Hernienchirurgie werden lediglich wenige kleine Schnitte in der Bauchwand gesetzt. Über diese Zugänge werden feine Operationsinstrumente sowie eine Kamera in den Bauchraum eingeführt. Die Kamera überträgt das Operationsfeld vergrössert auf einen Monitor, sodass die betroffene Stelle genau dargestellt und sehr präzise behandelt werden kann. Auf diese Weise kann der Chirurg den Bruch sehr gut versorgen, ohne dass er die Bauchwand grossflächig eröffnen muss. Das umliegende Gewebe wird geschont und der Eingriff ist insgesamt wesentlich weniger belastend für den Körper.
Welche Vorteile bietet die minimalinvasive Hernienchirurgie?
Die minimalinvasive Technik bringt für die Patienten deutliche Vorteile gegenüber offenen Operationsverfahren mit. Durch das schonende Vorgehen wird der Körper weniger belastet, was sich positiv auf den gesamten Heilungsverlauf auswirkt.
Patienten profitieren von den modernen Operationstechniken auf vielfältige Weise:
- weniger Schmerzen nach dem Eingriff
- eine schnellere Erholung und schnelle Rückkehr in den Alltag
- ein geringeres Risiko für Wundheilungsstörungen und Infektionen
Stabilisierung der Bauchwand durch Netzimplantation
Bei der operativen Behandlung von Hernien werden heute in vielen Fällen auch spezielle Netze (aus fein gewebtem Kunststoff) eingesetzt. Sie haben die Aufgabe, die geschwächte Stelle der Bauchwand dauerhaft zu stabilisieren und so ein erneutes Auftreten des Bruchs zu verhindern. Das Netz wird so positioniert, dass es die Bruchlücke zuverlässig abdeckt und dem Gewebe zusätzlichen Halt gibt.
Die Netze werden direkt in das umliegende Gewebe eingesetzt. Mit der Zeit wachsen sie in die Bauchwand ein und bieten ihr einen entsprechenden Halt. Sie reduzieren das Risiko erheblich, dass ein Bruch erneut auftritt.
Heute sind bereits ambulante chirurgische Eingriffe möglich
Viele Hernienoperationen können heute schon ambulant durchgeführt werden, sodass die Patienten nach dem Eingriff noch am selben Tag nach Hause zurückkehren können. Die Voraussetzung dafür ist, dass es sich um einen unkomplizierten Bruch handelt und keine medizinischen Gründe für einen stationären Aufenthalt sprechen.
In anderen Fällen ist ein kurzer stationärer Aufenthalt sinnvoll oder notwendig. Das betrifft zum Beispiel grössere oder komplexere Hernien, wiederkehrende Brüche oder wenn Begleiterkrankungen eine engmaschigere Überwachung erfordern. Auch das gewählte Operationsverfahren und der individuelle Heilungsverlauf spielen dabei eine Rolle. Welche Form der Behandlung infrage kommt, wird stets im Vorfeld sorgfältig geprüft und gemeinsam besprochen.
Nachsorge und Erholung nach der Hernienoperation
Nach einer Hernienoperation spielt die Nachsorge eine wichtige Rolle für den weiteren Heilungsverlauf. In den ersten Tagen müssen sich die Patienten schonen, bevor sie dann langsam wieder in Bewegung kommen. Der Kreislauf wird dadurch stabilisiert und der Körper kann sich schrittweise erholen. Es erfolgen im Nachgang regelmässige Kontrollen zum Heilungsverlauf – ViszeraMed steht dafür im engen Austausch mit den weiteren behandelnden Ärzten wie beispielsweise dem Hausarzt.
Fazit: Hernien-Operationen sind dank moderner Verfahren heute besonders schonend
Die operative Behandlung von Hernien hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Schonende, minimalinvasive Verfahren ermöglichen heute sichere und nachhaltige Versorgung bei einer geringeren Belastung für den Körper. Bei ViszeraMed wird jeder Eingriff sorgfältig geplant und engmaschig begleitet. Das Ärzte-Team ist interdisziplinär aufgestellt und steht in engem Kontakt mit den behandelnden Ärzten der Patienten, um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.